REGION PRACHATICE

Prachatice (Prachatitz)

Prachatice (Prachatitz) entstand am Goldenen Steig, einer mittelalterlichen Handelsstraße, über die das Salz aus den Salinen in Österreich nach Böhmen befördert wurde. Dank ihrer günstigen Lage und dem Salzhandelsrecht erlebte die Stadt im Mittelalter einen ungewöhnlichen Aufschwung. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verarmte Prachatice (Prachatitz) allerdings sehr stark, was sich unter anderem durch einen Baurückgang bemerkbar machte. Aufgrund dessen hat sich der historische Kern in seinem Gesamtbild bis heute kaum verändert. Zu den wertvollsten Objekten in Prachatice (Prachatitz) zählen der Marktplatz mit einem Barockbrunnen, das alte Renaissance-Rathaus aus den Jahren 1570–1571, das Pseudorenaissance-Gebäude des neuen Rathauses aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und vor allem die zahlreichen gotischen und Renaissance-Häuser mit wunderschöner Sgraffito-Verzierung. Der gesamte historische Kern ist bis heute von gut erhaltenen Befestigungsresten aus dem 14. Jahrhundert umgeben. In der Umgebung der Stadt gibt es viele markierte Wanderwege und Lehrpfade.
www.prachatice.cz

Bavorov (Barau)

Das an der Blanice (Blanitz) liegende Städtchen wurde um die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert am Goldenen Steig gegründet. Als ein markantes Wahrzeichen der Stadt und der ganzen Umgebung gilt die Kirche Mariä Himmelfahrt aus dem Ende des 14. Jahrhunderts am südwestlichen Rand des ursprünglichen Stadtkerns. Sie gehört zu den bedeutendsten Bauten der südböhmischen Gotik und zeichnet sich durch reiche Verzierungen aus. Als Autor des Bildes am Hauptaltar der Kirche mit einer Abbildung zu Mariä Himmelfahrt wird der bedeutendste tschechische Barockmaler Karel Škréta (1610–1674) angegeben.
www.bavorov.cz

Helfenburk (Helfenburg)

Unweit von Bavorov (Barau) (ca. 5 km nordwestlich) befindet sich auf dem Berg Malošín die Ruine einer Mitte des 14. Jahrhunderts durch Peter von Rosenberg erbauten Burg. Die Burg, die die Siedlungen und Städtchen entlang des Goldenen Steigs schützen sollte, wurde später zu einer gotischen Festung umgebaut. Seit Anfang des 17. Jahrhunderts galt die Burg als verlassen. Mit ihrer Gesamtfläche von 1,27 ha gehört sie zu den größten Burgruinen in Böhmen. Die zwei Wachtürme dienen heute als Aussichtstürme und bieten eine schöne Aussicht über die Landschaft der Region Strakonice (Strakonitz) und das Gebirgsband vom Böhmerwald. Auf der Burg finden regelmäßig unterschiedlichste Kulturveranstaltungen und Treffen statt.
www.helfenburk.estranky.cz

Hus

Eine Ruine einer ursprünglich königlichen Burg auf einem steilen Felsvorsprung über der Blanice (Blanitz), etwa 8 km südwestlich von Prachatice (Prachatitz). Die Burg sollte die Händler auf dem Goldenen Steig vor feindlichen Angriffen schützen. Später ließ sich hier ein räuberischer Ritter nieder. Um diesen zu vertreiben, wurde die Burg erobert, niedergebrannt und abgerissen.
Zu erreichen: Über den blau markierten Wanderpfad vom Teich Křišťanovický Rybník (bei der Ortschaft Křišťanovice) aus.

Husinec (Hussinetz)

Die 4 km nördlich von Prachatice (Prachatitz) liegende Gemeinde ist vor allem als der mutmaßliche Geburtsort des Meisters Jan Hus (etwa 1370–1415) bekannt. Das Haus Nr. 36 vom Beginn des 17. Jahrhunderts steht an der Stelle des mutmaßlichen Geburtshauses von Hus. An den Märtyrer erinnert auf dem Marktplatz eine Statue vom Bildhauer Karel Lidický. Unweit von Husinec (Hussinetz) wurde an der Blanice (Blanitz) zwischen 1934 und 1939 eine Talsperre errichtet. Diese Stauanlage verfügt landesweit über den historisch letzten aus Stein gebauten Damm.
www.husinec.cz

Javorník na Šumavě (Ahornberg)
Der höchste Gipfel des Jawornik-Berglandes (1.066 m ü. M.). Auf dem Gipfel steht der Klostermann-Aussichtsturm aus dem Jahr 1938, der 2003 aufgrund der zu hoch gewachsenen Fichten erhöht werden musste und heute eine wunderschöne Rundsicht über einen großen Teil des Böhmerwalds sowie über das Hinterland bietet.
www.javornik.cz

Kratochvíle (Kurzweil)

Im Auftrag Wilhelms von Rosenberg begann 1583 der welsche Baumeister Baldassare Maggi aus Arogno mit dem Bau eines Jagdschlosses, inspiriert von italienischen Villen. Den Bau erschwerte das sumpfige Gelände, deshalb wurde das Gebäude auf Eichen- und Erlenpfählen gegründet. Das gesamte Werk, einschließlich der Renaissance-Stuckverzierungen in den Innenräumen, wurde 1589 innerhalb von nur sechs Jahren fertiggestellt. Das Schloss wird von einem reizenden Renaissance-Garten mit Wassergraben umgeben.
www.zamek-kratochvile.eu

Kubova Huť (Kubohütten)

Die einstige Glasmachersiedlung war eine der Haltepunkte am ehemaligen Goldenen Steig. Der gern besuchte und beliebte Sommer- und Winterurlaubsort genießt eine bemerkenswerte Vorrangstellung – hier befindet sich die höchstgelegene Eisenbahnstation Tschechiens (995 m ü. M.).
www.kubovahut.cz

Kvilda (Außergefild)

Eine malerische Gemeinde im Zentrum des Böhmerwalds, ein Ausgangspunkt für viele Wanderrouten, z. B. zu den 5 km entfernten Quellen der Teplá Vltava (Warme Moldau). Sie gilt als die höchstgelegene tschechische Ortschaft mit einer Kirche (1.062 m ü. M.). Die neugotische Kirche St. Stephan wurde zwischen 1892 und 1894 an der Stelle einer ursprünglichen Holzkirche aus der Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut. Ihr Mauerwerk ist wie bei vielen Kirchen und Häusern in anderen Ortschaften des Böhmerwaldes mit Schindeln bedeckt.
www.sumava.net/kvilda

Lenora (Eleonorenhain)

Eine der jüngsten Gemeinden im Böhmerwald, wurde erst 1834 als Eleonorenhain gegründet. An die einstige berühmte Glasmachertradition erinnert hier heute ein Glasmuseum, an die Zeiten der Holzflößerei wiederum eine überdachte Brücke über die Moldau (genannt „rechle“), die früher zum Zurückhalten und Zählen der Holzscheite und Baumstämme diente. Lenora (Eleonorenhain) ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wassersportler, die mit ihren Booten den oberen Lauf der Moldau über dem Lipno-Stausee befahren wollen.
www.lenora.cz

Libín

Das natürliche Wahrzeichen der Region Prachatice (Prachatitz) und der höchste Berg (1.093 m ü. M.) des Böhmerwaldvorlandes. Auf dem Gipfel ist vom Weiten der weiße zylindrische 27 m hohe Aussichtsturm zu sehen. In der Nähe des Aussichtsturms gibt es eine Berghütte mit Erfrischungsmöglichkeiten, seit einigen Jahren findet man unweit von hier auch einen der größten Hochseilgärten Europas.
www.adrenalin-libin.cz

Mrtvý luh (Tote Aue)

Ein Talmoor am Zusammenfluss der Teplá und Studená Vltava (Warme und Kalte Moldau) auf einer Fläche von 394 ha. Der Pflanzenbestand umfasst überwiegend Knieholzkiefern, außerdem findet man hier den seltenen fleischfressenden Rundblättrigen Sonnentau. Wegen seiner wertvollen Biotope ist das in der I. Zone des Nationalparks Böhmerwald liegende Gebiet nicht öffentlich zugänglich. Unter Einhaltung der Umweltschutzvorschriften kann man auf der Teplá Vltava (Warme Moldau) mit einem Boot hindurchfahren.

Nationalpark Böhmerwald

Der flächenmäßig größte (68.064 ha) der vier tschechischen Nationalparks wurde 1991 als dritter in der Reihenfolge gegründet. Er soll dem Schutz der unberührten Natur des Böhmerwaldes mit ihren einmaligen Hochmooren, Bergwiesen, Bächen, Flüssen und Karseen dienen. Von ihnen gibt es im Böhmerwald insgesamt acht, davon liegen fünf auf der tschechischen Seite und drei in Bayern. Die Wälder im Böhmerwald bilden den größten zusammenhängenden Waldkomplex Mitteleuropas (deshalb wird der Böhmerwald zuweilen auch als „das grüne Dach Europas“ bezeichnet) und gilt als Zufluchtsort vieler seltener geschützter Tiere und Pflanzen. Je nach Schutzstufe wird der Park in drei Zonen aufgeteilt, wobei die I. Zone die am strengsten geschützte Zone darstellt.
www.npsumava.cz

Plešné jezero (Plöckensteinsee)

Einer der acht Karseen im Böhmerwald liegt am Fuße des Berges Plechý (Plöckenstein, 1.378 m ü. M.), dem höchsten Gipfel des tschechischen Teils vom Böhmerwald. Die Wasserfläche umfasst 7,48 ha, die maximale Tiefe beträgt 18,5 m. Über dem See ragt eine imposante, fast 300 m hohe Felswand empor. Am Aussichtspunkt auf der Spitze des Felshangs wurde 1877 ein Denkmal für den Schriftsteller Adalbert Stifter (1805–1868) errichtet. Es hat die Form eines 14,5 m hohen Obelisken aus Granitquadern.
www.plesnejezero.cz

Quellen der Vltava (Moldau)

Eine symbolische Darstellung vom Ursprung des längsten tschechischen Flusses, genauer gesagt einer seiner Quellzweige, der Teplá Vltava (Warme Moldau). Die entspringt am Hang des Berges Černá hora (1.315 m ü. M.) an der tschechisch-bayerischen Grenze. An diesem Platz stand früher eine Wanderhütte. Heute ist die Moldau-Quelle ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Radfahrer, bzw. im Winter für Skiläufer.
Die Quelle ist am besten über den blau markierten Wanderpfad aus Kvilda zu erreichen.

Vimperk (Winterberg)

Eines der „Tore zum Böhmerwald“. Die Stadt und die über ihr liegende Burg wurden bereits in der Mitte des 13. Jahrhunderts urkundlich erwähnt. An der Stelle der Burg steht heute ein Renaissance-Schloss. In der Stadt sind Reste der Stadtmauer einschl. sechs Verteidigungsbollwerke erhalten. Das Stadtzentrum zeichnet sich durch mehrere typische Holzhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert aus, ein Beispiel der Böhmerwälder volkstümlichen Architektur. Vimperk ist bekannt für seine Glasmacher- und vor allem Drucktradition – hier wurden die mitunter ältesten Bücher Europas gedruckt.
www.vimperk.cz

Volary (Wallern)

Die an der Grenze des Nationalparks Böhmerwald liegende Stadt entstand im 13. Jahrhundert auf einem ursprünglichen Saumtier-Standplatz am Goldenen Steig – der Handelsverbindung zwischen den österreichischen Salinen und den Böhmischen Ländern. Aufgrund ihrer günstigen Lage konnte sich die Kleinstadt schnell entwickeln. Im Jahr 1871 wurde Volary (Wallern) zur Stadt erhoben. Nach dem II. Weltkrieg wurde fast die gesamte Bevölkerung ausgesiedelt. Einen neuen Aufschwung erlebte die Stadt erst in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Auf dem Marktplatz steht die barocke Kirche St. Katharina. Bis heute kann man in der Stadt die sog. Wallerner Häuser bewundern – großzügige Blockbauten mit breiten Dächern, die bis zu dem Brand 1863 den Großteil der Bebauung in Volary (Wallern) darstellten. Bis dahin war Volary (Wallern) als die „größte Holzsiedlung Europas“ bekannt.
www.mestovolary.cz


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Prachatice, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Helfenburk, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Boubín (1 362 m n. m.), Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Husinec, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Teplá Vltava, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Vimperk, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Volary, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Šumava, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Rys ostrovid (Lynx lynx), Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Schwarzenbersk kanal, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Kratochvíle, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček