REGION PÍSEK

Písek (Pisek)

Die am Ufer des einst goldführenden Flusses Otava (Wottawa) liegende drittgrößte südböhmische Stadt gilt als bedeutendes kulturelles und touristisches Zentrum. Písek wurde Mitte des 13. Jahrhunderts von König Premysl Ottokar II. gegründet und erbaut. Die Goldwäscherei und Goldförderung brachten der Stadt einen schnellen Aufschwung und Reichtum und ließen sie bald zu einem der bedeutendsten Städte des böhmischen Königreichs werden. Anfang des 15. Jahrhunderts war Písek ein wichtiges Zentrum der Hussitenbewegung, während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt mehrmals erobert und einmal sogar fast vernichtet, dabei sind die meisten Einwohner ermordet worden. Von der zur gleichen Zeit wie die Stadt errichteten königlichen Burg ist bis heute nur ein einziger Flügel erhalten geblieben, in dem heute das Prácheňer Museum untergebracht ist. Das Wahrzeichen der Stadt ist der Turm der Kirche Mariä Geburt aus dem 13. Jh. Auf dem großen, in zwei Teile aufgeteilten Platz findet man die Klosterkirche Hl. Kreuzerhöhung, das barocke Rathaus (der Verwaltungssitz der Stadt) oder das Haus U Zlaté lodi (Zum Goldenen Schiff) mit einem interessanten Hauszeichen. Auf einem zweiten, kleineren Platz können Sie eine bemerkenswerte Mariensäule und ein im Neorenaissancestil erbautes Gebäude, den Palast U Černého orla (Zum Schwarzen Adler) bewundern. Die eindeutig bekannteste Sehenswürdigkeit von Písek (Pisek) ist die Steinbrücke aus dem Ende des 13. Jahrhunderts über die Otava (Wottawa). Es handelt sich um die älteste Brücke Tschechiens und die zweitälteste Europas. Zu den wichtigen technischen Denkmälern der Stadt gehört das Křižík-Wasserkraftwerk.
Aufgrund seiner sehr reichen kulturellen Geschichte wird Písek (Pisek) zuweilen auch das „südböhmische Athen“ genannt: Mit der Stadt sind viele berühmte Namen verbunden, wie die der Dichter Fráňa Šrámek und Adolf Heyduk, des Malers Mikoláš Aleš und weitere.
www.pisek.cz

Albrechtice nad Vltavou

Die Gemeinde ist vor allem durch ihren malerischen Friedhof bekannt. Die Außenmauer des Friedhofes besteht aus kleinen, bis vor kurzem mit Volksmalereien und gereimten Grabinschriften verzierten Kapellen. Die Kapellen haben die Form einer auf zwei Säulen ruhenden halbkreisförmigen Arkade, die meisten von ihnen entstanden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Friedhof schließt sich unmittelbar an die ursprünglich romanische Kirche St. Peter und Paul an, die vermutlich bereits aus dem 12. Jahrhundert stammt. Sehr wertvoll sind die malerischen Verzierungen im Inneren der Kirche.
www.albrechticenadvltavou.cz

Červená nad Vltavou

Eine neu errichtete Gemeinde am Ufer der Orlík-Talsperre. Der ursprüngliche Ort Červená verschwand nach der Fertigstellung des Stausees 1960 unter Wasser. Mit diesem Ereignis steht die Kleinkirche St. Bartholomäus von Červená aus dem Ende des 12. Jahrhunderts in Verbindung, dank ihrer Farbe auch Rufa Ecclesia (rote Kirche) genannt. Diese wurde vor dem Auffüllen des Stausees auseinandergenommen, um die Mauerteile bei dem originalgetreuen Wiederaufbau der Kirche zu verwenden.

Orlík-Talsperre

Durch die Errichtung des mächtigsten Staudamms der Moldau-Kaskade zwischen 1954 und 1960 entstand ein 68 km langer See, der sich bis zu der Stadt Týn nad Vltavou (Moldauthein) erstreckt. Von der Anstauung des Sees wurden auch die Flüsse Wottawa (auf 27 km Länge) und Lainsitz (auf 9 km Länge) betroffen. Der Staudamm ist an seiner Krone 450 m lang, seine Höhe über dem Fundament beträgt 91 m und sein Stauvolumen beläuft sich auf 700 Millionen m³ Wasser. Dies entspricht etwa dem doppelten Stauvolumen des Lipno-Stausees, der allerdings über eine größere Fläche verfügt.

Orlík nad Vltavou (Worlik)

Das Städtchen erhielt seinen Namen nach der ehemaligen gotischen Königsburg, die auf einem hohen Felsen über dem Moldautal erbaut wurde. Die Burg wurde im 14. und 15. Jahrhundert mehrmals baulich verändert, später dann im Renaissancestil umgebaut und zwischen 1849 und 1860 zu einem Schloss im neugotischen Stil ausgebaut. Die Lage auf einem hohen Felsvorsprung, die an einen Adlerhorst erinnert, gab dem Adelssitz seinen Namen (das tschechische Wort „orel“ bedeutet Adler). Das Schloss besteht aus vier Flügeln mit einem abgeschlossenen Innenhof. Nach dem Auffüllen der Orlík-Talsperre 1960 liegt das Schloss heute nur einige Meter über der Wasseroberfläche. Das Schloss Orlík (Worlik) ist von einem weitläufigen englischen Park umgeben, in dem sich die neugotische Gruft des Geschlechts Schwarzenberg aus dem 19. Jahrhundert befindet.
www.orliknadvltavou.cz

Protivín

Ende des 13. Jahrhunderts eine gotische Burg mit Dorf. Einen großen Aufschwung erlebte die Stadt im 18. Jahrhundert nach der Übernahme durch die Schwarzenberger, die aus Protivín ihren Hauptsitz machten. Am südlichen Rand der Stadt steht ein Renaissanceschloss, ursprünglich eine gotische Burg, dessen heutige Gestalt aus den 30er Jahren des 18. Jahrhunderts stammt. Zum Schloss gehört ein weitläufiger Park. Protivín ist durch seine traditionelle, bereits 1520 gegründete Brauerei bekannt. Das hiesige Bier verdankt seinen Namen der Platanenallee, die den Zufahrtsweg zu der Brauerei säumt. Eine wichtige touristische Attraktion ist der Krokodilzoo von Protivín.
www.muprotivin.cz

Příběnice

Die Ruine einer zwischen 1243 und 1281 von den Witigonen gegründeten Burg. Die Burg wurde später weiter befestigt und erweitert und gehörte seinerzeit zu den größten Burgen Südböhmens. Am gegenüberliegenden Flussufer stand damals eine kleinere Burg, genannt Příběničky, die mit der Burg Příběnice über eine Brücke verbunden war. Gegen Ende der Hussitenkriege im Jahr 1437 wurden beide Burgen niedergerissen. Die im dichten Wald verborgenen Burgreste bilden heute eine weitläufige Ruine über dem Mäander des Flusses Lužnice (Lainsitz). Gut erkennbar sind die Fundamente des Burgpalastes und des achteckigen Turms.

Putim

Die Ortschaft an der Blanice (Blanitz) ist vor allem aus Hašeks Roman Der brave Soldat Schwejk und dem Roman Jan Cimbura von Jindřich Šimon Baar bekannt. Die bereits im 11. Jahrhundert gegründete Gemeinde gehört zu den ältesten Ortschaften Südböhmens. In Putim findet man die frühgotische Kirche St. Laurentius aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts sowie ein spätgotisches Pfarrhaus. Viele der Häuser verfügen über die typischen Giebel im Stil des südböhmischen Bauernbarock.

Zvíkov

Die königliche Burg wurde Mitte des 13. Jahrhunderts über dem Zusammenfluss der Flüsse Vltava (Moldau) und Otava (Wottawa) erbaut. Ihre Blütezeit erlebte die Burg zu Zeiten Karls IV., der hier oft verweilte und vor der Erbauung der Burg Karlstein auch die böhmischen Kronjuwelen aufbewahrte. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die zur damaligen Zeit bereits stark verfallene Burganlage umfassend renoviert. Bis 1948 war sie dann im Besitz der Herren von Schwarzenberg. Heute gehört Zvíkov zu den bedeutendsten Bauten der böhmischen mittelalterlichen säkularen Architektur und wurde von dem Historiker August Sedláček als die „Königin der tschechischen Burgen“ bezeichnet. Nach dem Auffüllen der Orlík-Talsperre 1960 liegt die Sehenswürdigkeit nahe an der Wasserfläche des neu entstandenen Sees.
www.hrad-zvikov.eu

Brücke Žďákovský most

Eine Stahlbrücke über dem Tal des Stausees Orlík. Die Brücke ist Teil der Straßenverbindung zwischen Pilsen und Tábor. Mit einer Bogenspanne von beinahe 380 Metern gehört sie nach wie vor zu den größten Bauwerken dieser Art auf der Welt, in einigen technischen Parametern bleibt sie sogar noch heute unübertroffen. Ihre Gesamtlänge beträgt 542,91 m, die Höhe über dem Moldaugrund beläuft sich auf 100 m, die Brückenfahrbahn befindet sich 50 m über der Wasseroberfläche. In Betrieb genommen wurde die Brücke im Jahr 1967 und mit Ausnahme einer einzigen größeren Reparatur im Jahr 1998 dient sie bis heute ununterbrochen dem Straßenverkehr. Dieses großartige, mutige und außerordentlich elegante Werk des tschechischen Brückenbaus wurde im Jahr 2001 mit dem Preis „Brücke des Jahrhunderts“ ausgezeichnet.


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Písek, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Písek, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Orlická přehrada, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Albrechtice nad Vltavou, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Orlík, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Písek – Tábor, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Jaroslav Hašek (1883–1923)
Zvíkov, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Žďákovský Brücke, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček