REGION ČESKÉ BUDĚJOVICE

České Budějovice (Budweis)

Die am Zusammenfluss der Flüsse Vltava (Moldau) und Malše (Maltsch) liegende südböhmische Metropole mit fast 100 Tausend Einwohnern wurde 1265 von König Premysl Ottokar II. gegründet. Die königliche Stadt erlebte von Anfang an einen schnellen Aufschwung, eine erfolgreiche Entwicklung verzeichneten vor allem Handwerk und Handel. Dank seiner Lage entwickelte sich Budějovice (Budweis) mit der Zeit zur Militärfestung. Im 16. Jahrhundert begann man in seiner Umgebung Silber abzubauen, an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert gab es hier sogar ein Münzwerk. Im Jahr 1832 fuhren aus der Stadt erstmals von Pferden gezogene Wagen auf der Pferdeeisenbahn von České Budějovice (Budweis) nach Linz in Österreich ab. Die Station der Pferdeeisenbahn ist heute ein technisches Denkmal und öffentlich zugänglich. Seit 1847 ist Budweis auch durch die Herstellung von Hardmuth-Bleistiften bekannt, nicht minder berühmt ist die hiesige Bierbrautradition.

Im Jahr 1960 wurde das Budweiser Messegelände eröffnet, auf dem bereits seit vierzig Jahren regelmäßig die landwirtschaftliche Messe „Země živitelka“ stattfindet. Im Jahr 1991 wurde České Budějovice (Budweis) eine Universitätsstadt.

Der historische Stadtkern wird von dem weitläufigen (ca. 133 x 133 m) quadratischen Platz Přemysl Ottokar II. mit dem bekannten barocken Samson-Brunnen aus dem Anfang des 18. Jahrhundert dominiert. Das weithin sichtbare Wahrzeichen und Symbol von Budějovice (Budweis) ist der 72 m hohe Turm Černá věž (Schwarzer Turm) in einer Ecke des Platzes. Von den zahlreichen, den Platz säumenden Renaissance- und Barockbauten ist das ursprünglich im Renaissance-Stil erbaute und später im Barockstil umgebaute Rathaus aus der Mitte des 16. Jahrhunderts am wertvollsten. Von der Stadtbefestigung sind bis heute nur ein Teil der Stadtmauer und einige Türme erhalten geblieben, unter anderem der durch das mittelalterliche Folterinstrument gleichen Namens unrühmlich bekannte Turm Železná panna (Eiserne Jungfrau). Unweit des Platzes findet man die ursprünglichen, gut erhaltenen Fleischbänke (masné krámy) aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, die seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts die renommierte Bierhalle gleichen Namens beherbergen.

In České Budějovice (Budweis) sind einige Institute der Tschechischen Wissenschaftsakademie, das Südböhmische Museum, das Pferdeeisenbahn-Museum, das Energiemuseum, das Südböhmische Motorradmuseum und weitere Institutionen ansässig.
www.c-budejovice.cz

Bavorovice (Baurowitz, Denkmalzone)

Ein Dorf unweit von České Budějovice (Budweis) mit einer Reihe gut erhaltener Bauten im Stil des volkstümlichen Bauernbarock.

Dobrá Voda (Gutwasser)

Eine Ortschaft etwa 4 km östlich des Zentrums von České Budějovice (Budweis). Im 16. und 17. Jahrhundert wurde hier mit einem nicht besonders großen Ertrag Silber abgebaut, bald wurde allerdings die Heilwirkung der hiesigen Mineralquellen berühmt. An den Quellen entstand 1632 die Kleinkirche Mariä Schmerzen. Diese war jedoch bald für die Pilger nicht mehr ausreichend, deshalb wurde zwischen 1733 und 1735 eine neue Wallfahrtskirche errichtet. Sie ist das Werk des Baumeisters Kilian Ignaz Dientzenhofer (1689–1751), die reichen Innenverzierungen stammen von dem Maler Wenzel Lorenz Reiner (1689–1743). Die einschiffige Kirche mit zwei Seitenkapellen gehört zu den wichtigsten Barockdenkmälern Südböhmens.
www.dobravodaucb.cz

Hluboká nad Vltavou (Frauenberg)

Nationales Kulturdenkmal, der eindeutig bekannteste Bau der böhmischen Neugotik und eine der meistbesuchten tschechischen Sehenswürdigkeiten überhaupt. Die einstige, im 13. Jahrhundert von den böhmischen Königen gegründete Wachburg wurde zwischen 1845 und 1871 großzügig im romantischen Stil der sog. Tudorgotik umgebaut. Die Besitzer des Schlosses und Initiatoren des Umbaus – die Herren von Schwarzenberg – haben sich von der englischen königlichen Residenz Windsor inspirieren lassen.
Das Schloss Hluboká (Frauenberg) ist von wunderschönen weitläufigen Gärten und einem gepflegten Park umgeben, in der Schlossreithalle ist eine Ausstellung der Südböhmischen Aleš-Galerie untergebracht.
www.zamek-hluboka.eu

Holašovice (Hollschowitz)

Eine malerische südböhmische Ortschaft etwa 10 km westlich von České Budějovice (Budweis) am Fuße des Blanský les (Blansker Wald). Der rechteckige Dorfplatz mit einem kleinen Teich ist von 27 Anwesen, vorwiegend Bauernhöfen, im Stil des sog. südböhmischen Bauernbarock umgeben. Diese volkstümliche Stilrichtung orientiert sich an der städtischen und sakralen barocken und klassizistischen Architektur, von der sie einige Zierelemente übernahm. Wegen seiner besonders guten Unversehrtheit und Erhaltung wurde das Dorf 1998 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
www.holasovice.eu

Pferdeeisenbahn
Linz – České Budějovice (Budweis)

Die älteste Eisenbahn in Kontinentaleuropa wurde zwischen 1852 und 1832 von Franz Anton Gerstner (1795–1840) erbaut, der damit die Idee seines Vaters Franz Josef Gerstner umsetzte. Die 120,8 km lange Strecke wurde zur Grundlage für das künftige europäische Eisenbahnnetz. Weitere Informationen erhalten interessierte Besucher im Südböhmischen Museum in Č. Budějovice (Budweis, ständige Ausstellung des Pferdeeisenbahn-Museums). In der Landschaft zwischen Budějovice (Budweis) und Linz sind bis heute einige Fragmente des Bauwerks zu sehen (Dämme, Schienenreste). Die Schienen bestanden aus auf Holzbalken angeschmiedeten Stahlbändern. Die Spurweite betrug 1.106 mm, der Schwellenabstand entsprach 1 Klafter (1.896 mm).
www.muzeumcb.cz

Jagdschloss Ohrada (Wohrad)

In der Nähe von Hluboká nad Vltavou (Frauenberg), zwischen den Teichen Munický und Zvolenovský, steht ein von den Herren von Schwarzenberg in den Jahren 1708-1713 erbautes Jagdschloss. Das zweistöckige barocke Gebäude beherbergt heute ein Museum für Forstwirtschaft, Fischerei und Teichwirtschaft sowie eine prächtige Sammlung von Jagdwaffen und Trophäen. Als eine Rarität gilt der ausgestopfte, letzte wild lebende Bär des Böhmerwaldes, der 1856 erlegt wurde. In unmittelbarer Nähe des Schlosses, am Ufer des Teichs Munický rybnik finden Sie einen kleinen Tiergarten mit vorwiegend europäischem Tierbestand. Zu sehen sind hier jedoch auch einige exotische Tierarten. Der ZOO Ohrada ist ein ideales Ausflugsziel für Familien mit Kindern.
www.nzm.cz, www.zoohluboka.cz

Malše (Maltsch, Fluss)

Ein bedeutender rechtsseitiger Zufluss der Vltava (Moldau), mündet im Zentrum von České Budějovice (Budweis) in die Vltava (Moldau) ein. Die Malše entspringt als Maltsch in Oberösterreich, ihre Gesamtlänge beträgt 96 km, davon entfallen fast 90 km auf das tschechische Gebiet. Zwischen 1971 und 1978 wurde an der Malše (Maltsch) in der Nähe der Ortschaft Římov (Rimau) eine Talsperre errichtet, die České Budějovice (Budweis) mit Trinkwasser versorgt.

Talsperre Hněvkovice

Die Beton-Gewichtsstaumauer mit einem Kraftwerk und einer Schiffsschleuse wurde zwischen 1986 und 1991 als die letzte Stufe (chronologisch gesehen) der Moldau-Kaskade errichtet. Das Becken dient als Kühlwasserquelle für das unweit gelegene Atomkraftwerk Temelín. Kürzlich wurde im Rahmen der Schiffbarmachung der Vltava (Moldau) im Körper der Staumauer eine Schiffsschleuse für Schiffe mit einer Wasserverdrängung von bis zu 300 Tonnen in Betrieb genommen.

Purkarec (Burgholz)

Ehemaliges Flößerdorf an den Moldauufern. Der Flößerfahrtsaal erinnert an den Ruhm des Flößergewerbes und auf dem Dorfplatz befindet sich ein Gedenkstein für ertrunkene Flößer. Ein Teil des Dorfes wird vom Stausee Hněvkovice überschwemmt, die ehemalige Brücke wurde durch eine Fähre ersetzt, siehe www.penzionpurkarec.cz.
Im Jahr 2010 wurde der 12 Kilometer lange Radweg aus Purkarec nach Hluboká nad Vltavou eröffnet.
Etwa 2 km vor Purkarec steht eine Burgruine aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts, das Karlsschlösschen.
Im nahen Dorf Pořežany befindet sich ein Museum für historische Fahrzeuge und alte Landwirtschaftstechnik.
www.muzeum.wz.cz

Trocnov

Die Geburtsstätte des Hussiten-heerführers Jan Žižka von Trocnov (um 1360–1424). Etwa dort, wo einst sein Geburtshaus stand (das Fundament ist bis heute erhalten), wurde das Denkmal der Hussitenbewegung aufgestellt. An jener Stelle, an der einst die Eiche geboren sein soll, unter der der berühmte Heerführer geboren sein soll, steht seit 1908 ein grob bearbeiteter Steinblock, der sog. Žižka-Stein. Ein Stück weiter wurde 1960 eine mächtige, 12 m hohe Žižka-Statue errichtet. Alle Sehenswürdigkeiten auf dem Gelände sind durch einen ca. 1 km langen markierten Wanderpfad miteinander verbunden.
Zugang: z. B. über Borovany (Forbes), auf dem rot markierten Wanderpfad.
www.trocnov.cz

Trhové Sviny
Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit

Etwa 1 km südlich von Trhové Sviny (Schweinitz in Böhmen) steht einsam in der Landschaft eine barocke Wallfahrtskirche, derer Autorenschaft dem böhmischen Architekten und Baumeister deutscher Herkunft Kilian Ignaz Dientzenhofer (1689–1751) zugeschrieben wird. Der Bau mit einem sechseckigen Grundriss mit drei Türmen und umlaufendem Kreuzgang entstand zwischen 1705 und 1709. Durch ihre offene Lage bildet die Kirche einen weithin sichtbaren anziehenden Punkt in der Landschaft.
www.tsviny.cz

Trhové Sviny (Schweinitz in Böhmen)

Die ersten Erwähnungen der Burgsiedlung mit dem Namen Sviny an der Handelsstraße „Vitorazská stezka“ (Waitra-Pfad) stammen aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Seit Beginn des 15. Jahrhunderts, als Sviny das Marktrecht erhalten hatte, heißt die Ortschaft Trhové Sviny (trh = Markt). Die ursprüngliche Burg gibt es heute nicht mehr, ein markantes Wahrzeichen der Kleinstadt ist jedoch die Kirche Mariä Himmelfahrt, ein wertvolles gotisches Denkmal aus dem 13. Jahrhundert.
In der Stadt befindet sich das Geburtshaus des tschechoslowakischen Protektoratspräsidenten Dr. Emil Hácha (mit Gedenktafel). Ein weiterer Sohn von Sviny (Schweinitz) ist der Musiker und Komponist Karel Valdauf (1913–1982). Sein Geburtshaus beherbergt ein ihm gewidmetes Museum.
www.tsviny.cz

Týn nad Vltavou (Moldauthein)

Eine Stadt an der Vltava (Moldau) unmittelbar vor dem Zusammenfluss mit der Lužnice (Lainsitz). Sie gehört zu den ältesten Siedlungen von Südböhmen, denn bereits im 12. Jahrhundert (vielleicht schon im 10. Jahrhundert) soll laut den bekannten urkundlichen Nachweisen an dieser Stelle ein befestigtes Gehöft mit einer Siedlung gestanden haben. Ab 1609 war Týn (Thein) eine königliche Stadt. Auf dem Platz steht ein frühbarockes erzbischöfliches Schloss, außerdem sind hier zahlreiche Renaissance-Bürgerhäuser zu finden. Im gleichen Stil entstand hier ein Rathaus, das später im Stil des südböhmischen Bauernbarock umgebaut wurde. Das markanteste Wahrzeichen des Platzes ist die frühgotische St.-Jakob-Kirche.
Im Stadtmuseum ist eine Flößerei-, Keramik- und Marionetten-Ausstellung installiert. Ein technisches Denkmal ist die Stahlbrücke über die Vltava (Moldau) aus dem Jahr 1892. Am Stadtrand in Richtung des Zusammenflusses der Vltava (Moldau) mit der Lužnice (Lainsitz) steht auf der Anhöhe Semenec über dem Fluss ein kleiner Aussichtsturm mit einer schönen Aussicht auf Týn (Thein) und Umgebung.
www.tnv.cz

Žumberk (Sonnberg)

Das bis heute noch teilweise befestigte Dorf (eines der wenigen in ganz Europa) entstand Mitte des 13. Jahrhunderts, aus der gleichen Zeit stammt auch die spätgotische Festung, Anfang des 17. Jahrhunderts zu einem kleinen Renaissance-Schloss umgebaut. Die Renovierung des Schlosses wurde 1974 abgeschlossen. Im Schlossgebäude ist eine Ausstellung bemalter Landhausmöbel aus dem 18. und 19. Jahrhundert untergebracht.
www.obec-zumberk.cz

MITROWICZ CHATEAU

Es handelt sich um ein malerisches Schloss in der Ortschaft Koloděje nad Lužnicí, das Gegenstand einer sehr anspruchsvollen, behutsamen Rekonstruktion war und seit dem Jahr 2015 der breiten Öff entlichkeit zugänglich ist.

Einzigartig ist das Schloss wegen seiner Wandmalereien, die das gesamte erste repräsentative Stockwerk zieren. Der Renaissanceabschnitt des Schlosses ist aus dem Jahre 1565 und wurde von Adam Čabelický von Soutice begründet. In den Jahren 1737–1741 führte Franz Karl Wratislav mit seiner Ehefrau Maria Anna geb. Kinsky eine Erweiterung des Wohnabschnitts samt Anbau der Hl.-Anna-Kapelle durch. So entstand die heutige barocke Gestalt des Schlosses.

In der Saison bietet das Areal kostümierte Führungen durch die Innenräume, lustige Theatervorstellungen, Schwertkämpfe, stilvolle Erfrischungsmöglichkeiten und Picknickkörbe, die Sie am Kräutergarten mit einem Ausblick auf das Biotop oder im erneuerten Schlosspark genießen können, in dem 8 500 Pfl anzen und 50 Bäume gepfl anzt wurden.

Aktuelle Informationen zum Programm und die Kontaktdaten:
Koloděje nad Lužnicí
Tel.: 728 353 133
bedrich@mitrowicz.cz
Facebook: Zámek Mitrowicz
www.zamekmitrowicz.cz

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České Budějovice, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
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Hluboká nad Vltavou, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
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Holašovice, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
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Purkarec, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Trhové Sviny, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Týn nad Vltavou, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Žumberk, Bildquelle: archív Vydavatelství MCU, Foto: Libor Sváček
Schloss Mitrowicz